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IT-Projekt: EDEKAs digitaler Personenzähler

Große IT-Projekte für EDEKA sind bei uns - dem IT-Experten des Verbundes - an der Tagesordnung. Manchmal sind sie sogar mehr als alltäglich, so wie unser digitaler Personenzähler zur Corona-Pandemie, der in Zusammenarbeit mit dem EDEKA Food Tech Campus und Blipstream realisiert wurde.

IT-Projekt von EDEKA und Food Tech Campus

Die Corona-Pandemie brachte massive Herausforderungen für den Einzelhandel. Hygienevorschriften und Abstandsregeln mussten beim Einkauf eingehalten werden, nur eine begrenzte Zahl von Kunden durfte gleichzeitig ins Geschäft. Eine fordernde Aufgabe, die EDEKA DIGITAL (oder einfach kurz EDDI) mit seinem Food Tech Campus und dem Start-up Blipstream binnen kürzester Zeit löste.

Ein Team aus einem Data Scientist (Blipstream), einem Full Stack Developer (Blipstream) und einem Tech Scout (Food Tech Campus) brachte das IT-Projekt für EDEKA in ca. hundert Programmierstunden zur Marktreife: einen digitalen Personenzähler, der Marktbesucher mittels 3D-Infrarot-Technologie zählt und den Marktzugang über ein angeschlossenes Ampelsystem reguliert.

© Jake Manning

Grundlage dieses Systems ist ein selbstlernender Algorithmus. Der erkennt, wenn jemand den Markt betritt oder verlässt und zeigt über eine virtuelle Schranke genau an, wie viele Kunden zeitgleich im Markt sind. Das Ampelsystem läuft in Echtzeit und ist noch dazu ziemlich clever – denn ein Mitarbeiter, der im Eingang nur schnell die Körbe nachfüllt und dann zurück in den Markt geht, wird vom Ampelsystem nicht erfasst.

Die Technologie wurde dabei so gestaltet, dass ein Aufbau möglichst einfach ist: Die Kalibrierung der Geräte erfolgt je nach Deckenhöhe automatisch und auf Wunsch ist die Datenverbindung auch über einen mitgelieferten LTE-Hotspot möglich. Über eine mobile Website mit Passwort kann der Einzelhändler oder Marktleiter das System übrigens jederzeit konfigurieren und so z.B. bei einem Schichtwechsel der Mitarbeiter die Menge der aktuellen Kunden korrigieren. Wenn sich die Auflagen der Behörden ändern, kann so auch ganz schnell die maximal erlaubte Anzahl von Kunden im Markt voreingestellt werden.


© Jake Manning

Hinter den Kulissen des IT-Projekts von EDEKA

Eine besondere Herausforderung des Projekts stellten die sehr dynamischen Bedingungen in den EDEKA-Märkten dar. Nicht jeder Eingang ist gleich, die Decken und Türen haben verschiedene Höhen und Breiten und noch dazu haben viele Märkte mehrere Ein- und Ausgänge. Bei der Installation der Hardware befanden wir uns noch im Corona-Lockdown. Nicht unbedingt die beste Voraussetzung, um entspannt eine neue Hardware im Markt zu installieren. Mit einer Leiter im Eingangsbereich stand man noch mehr im Weg als unter normalen Umständen, weshalb die Installation oft in die frühen Morgenstunden gelegt wurde und die Kalibrierung mit den ersten Kunden nach Ladenöffnung begann. Besondere Zeiten erfordern schnelle Maßnahmen, also war der erste Prototyp schon nach wenigen Stunden einsatzbereit und die ersten Daten konnten tageweise ausgewertet werden. Eines der ersten Features war die manuelle Korrektur. Das System lernte die Regelmäßigkeiten und funktionierte Tag für Tag präziser, was manuelle Korrekturen mittlerweile nahezu überflüssig macht.

Eine Frage der richtigen Technik

In allen Systemen kommen natürlich einige Daten zusammen. Um die Datenmenge möglichst gering zu halten, setzte das Projekt auf High-Tech-3D-Infrarot-Sensoren von Irisys. Die Infrarotbilder werden auf dem Gerät bereits vorverarbeitet, bevor die Berechnung der Logik in der Cloud stattfindet. Der Algorithmus dagegen ist eine Eigenentwicklung, basierend auf diversen Open-Source-Frameworks für maschinelles Lernen und statistische Modelle.

Das Ampelsystem ist bereits in über 35 Märkten im Einsatz und der erweiterte Prototyp für das Kassenschlangenmanagement ist sogar schon in einem EDEKA-Markt in Berlin zu finden.

Ein Projekt mit hohem Nutzen

Von der technologischen Neuerung profitieren Händler wie Kunden. Händler waren sekundengenau über die Anzahl der Personen im Markt im Bilde. Kunden konnten auf den Einkaufswagen zur Ermittlung der Personenzahl verzichten. Das System soll nun auch im Kassenschlangen-Management zum Einsatz kommen. So können Marktleiter „schnell reagieren, um Wartezeiten zu reduzieren, indem wir die Kassen passend besetzen“, sagt Jörg Kunert, Inhaber des E-Centers Kunert und einer der ersten, die die neue Technologie angewendet haben.

Das kannst du auch?

Dann solltest du dich bei uns bewerben. Die nächste spannende Herausforderung wartet bereits auf dich.

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Food Tech Campus: Jobs und Vorteile

Der digitale Personenzähler ist eine gemeinsame Entwicklung des Campus-Members Blipstream und des EDEKA Food Tech Campus. Hier profitierst du von einem starken Open-Innovation-Netzwerk aus Gründern der Food- und Tech-Szene, Industrieexperten sowie dem EDEKA-Ökosystem. Im Campus arbeiten wir zusammen, um aus einer Idee ein Produkt oder eine innovative Lösung für den Lebensmitteleinzelhandel zu cokreieren. Dafür stehen Gründern und Jungunternehmern zeitlich flexible Arbeitsplätze im Co-Working-Space, ein Küchenstudio sowie eine Eventfläche zur Verfügung.

Im Campus wird entwickelt, getestet, verbessert sowie der Austausch mit anderen Gründern und Experten und der direkte Kontakt zum Kunden gepflegt. Das alles macht den Food Tech Campus zu einer Keimzelle für gute Ideen, Lösungen und Produkte, die den Lebensmittelhandel der Zukunft mitgestalten und die Entwicklung wegweisender Geschäftsmodelle vorantreiben.

Food-Tech-Campus-Jobs wie Operations Managerin, Community Managerin, Innovation Lead oder Tech Scout findest du zwar auch bei uns. Vor allem aber ist unser Campus ein Karrierebooster für alle, die ihr Glück selbst in die Hand nehmen wollen. Wenn du Kunden mit einem skalierbaren CPG-Produkt begeistern willst, wenn du deine Retail-Tech-Lösung innerhalb der EDEKA erfolgreich validieren und skalieren möchtest oder eine eigene Lösung cokreieren möchtest, solltest du dich um eine Membership im Food Tech Campus von EDEKA bewerben.